An der einen Ecke wird gebraten, mittendrin werden Schnitzel mit der Pfanne flachgeschlagen und an wieder einer anderen Ecke werden Rezepte und Tipps ausgetauscht. Wir haben die traditionelle „Küchenschlacht Regional“ besucht und waren mitten im Chaos zwischen Köchen, Testern und herausragenden Desserts.

Die Kuchenschlacht schließt das große „Regionale Geschmacksfestival Kinzigtal & Spessart“ ab und sorgt für Spannung und gute Stimmung zwischen den Gästen und den Kochteams. Im Duell treten das Team Rodenbach, Team Kinder- und Jugendarbeit und Team Lernfeld Landwirtschaft an. Unterstützt werden die Teams von Teilnehmern des Projekts IHK-Miniköche. Dort lernen Kinder ab zehn Jahren nicht nur kochen, sondern auch viel über Lebensmittel, deren Herkunft und Verarbeitung.

Aber auch die erwachsenen Teilnehmer sind oft Hobbyköche und auf keinen Fall Anfänger. „Ich gehöre zu den wenigen Ausnahmen meines Geschlechts. Als meine Söhne zur Welt kamen, war ich acht Jahre lang Hausmann und habe somit natürlich auch viel gekocht“ , erzählt Friedhelm Duch aus dem Team Kinder und Jugendarbeit.

Im Mittelpunkt des Abends stehen die Gerichte der Teams, die ausschließlich mit regionalen und saisonalen Produkten gekocht werden. Nach einer Weile konzentrierten Kochens steigen nicht nur viele gute Gerüche in die Luft, sondern auch die Nervosität und das Tempo der einzelnen Teams steigt an. Neben verschiedenen Variationen von Lamm bereiten alle Teilnehmer verschiedene Beilagen vor.

„Ich koche für mein Leben gerne. Zu Hause kochen wir auch oft alle zusammen, deswegen ist das für mich keine Umstellung hier mit mehreren Leuten zu kochen“, erzählt Christine Fleiner aus dem Team Rodenbach. Sie verwendet auch im Alltag hauptsächlich regionale Zutaten und backt sogar ihre Laugenbrötchen selbst.

Während die Teams in den letzten Zügen sind, können die Gäste den Hobbyköchen über die Schulter schauen und sich untereinander austauschen.„Dass das Lamm mit so vielen Kräutern eingelegt wird, kenne ich so nicht, obwohl ich oft Lamm zubereite. Ich bin gespannt, wie das schmeckt“, sagt einer der Gäste.

Als das Essen endlich, auf den Tellern kunstvoll angerichtet ist, macht sich eine allgemeine Erleichterung bemerkbar. „Es geht ja um den Spaß und nicht um das Gewinnen“, sagt Bürgermeister Klaus Schejna, der für das Team Rodenbach kocht. Aus dem vorher so lauten Gewusel der Köche und Gäste wird plötzlich ein genussvolles Schweigen, als alle Gerichte serviert werden. Anschließend werden für die Hauptgerichte und Desserts Punkte vergeben, die anschließend ausgewertet werden. Unter den Gästen ist man sich einig, dass alles durchweg sehr lecker war und die Bewertungen sich nur durch kleine Geschmacksfragen unterscheiden.

Die Mini-Köche sind auch sichtlich erleichtert, aber auch erschöpft. „Das war heute anstrengender als sonst, ich habe mindestens eine Stunde lang Limetten und Orangen gerieben“, erzählt Julian Kraus.

Am Ende werden die Punkte verkündet und der Sieger gekürt. Es ist knapp, aber letztlich überzeugt das Team Lernfeld Landwirtschaft am meisten und holt sich somit das zweite Jahr in Folge den Sieg. „Wir sind schon überrascht, aber wir wissen auch, was wir können. Wir sind ja mit Landwirtschaft, Lebensmitteln und Essen sehr vertraut“, sagt Anja Betz selbstsicher über den Sieg der Gruppe.

Aber das Ziel des Abends haben alle Beteiligten gemeinsam erreicht: Sie haben gezeigt, dass man mit regionaler und saisonaler Küche leckere und abwechslungsreiche Gerichte leicht selbst machen kann und dass das Kochen mit frischen Zutaten nicht nur gesund ist, sondern auch viel Spaß machen kann.

Die Kochakademie Schützenhof war für die Organisation (Einkauf – Logistik – Service) verantwortlich.

Quelle Hanauer Anzeiger